Medienentwicklung
... und Web 2.0, Social Software/Media/Web
Das wesentliche in der Medienentwicklung ist die Veränderung der Kommunikation, die medial vermittelt ist. Der bisher lineare Ablauf von Produktion, Allokation, Rezeption und Nutzung löst sich auf. Heute funktioniert Medienkommunikation netzwerkartig. Der Mediennutzer rezipiert nun nicht mehr nur, sondern kann durch konvergierte Technik selber produzieren und distribuieren. Besonders deutlich wird dies durch die neu enstanden Anwendungen im WWW, die "jeden" zum Autoren machen, der unmittelbar an die Öffentlichkeit treten kann. Durch diese Medienentwicklung entsteht ein Fluss an Informationen, der kaum noch zu überschauen noch zu kontrollieren ist.
Die Literatur, die sich mit den Entwicklungen im WWW der letzten Jahre auseinandersetzt, fand bislang nicht zu einem einheitlichen Definitionsbegriff für die neuen Anwendungen, die durch die Medienentwicklung entstanden. Neben der Bezeichnung Web 2.0, die durch Tim O’Reilley geprägt wurde, wird häufig die Verknüpfung des Wortes Social, um den sozialen bzw. partizipierenden Charakter der Anwendungen zu beschreiben, mit Software, Media oder Web verwendet. Die Trennung zwischen den exakten Bedeutungen verschwimmt. Web 2.0 beschreibe eher einen Zeitabschnitt und sei kommerziell auszulegen. Die Begriffe Social Software, Social Media und Social Web unterscheiden sich in ihrer Betonung verschiedener Aspekte. So verdeutliche ersteres eher das Instrumentell-technische, zweiteres eher die Mediatisierung der Instrumente und drittens verbinde die ersten beiden Punkte mit der Präsenz im WWW.
Letztendlich beziehen sich aber alle Begriffe auf „Anwendungen wie Wikis, Weblogs, Freundschafts-, Kontakt-, Business-Netzwerke, gemeinsame Fotosammlungen, Group Radio, Instant Messaging, aber auch ältere Formen der Online-Kooperation“. Aus einem verallgemeinernden Blickwinkel ordnen Haas, Trump, Gerhards & Klingler (2007) „alle Internetapplikationen, die hohe Gestaltungs- und Kommunikationsmöglichkeiten für den User bereitstellen“ dem Web 2.0 zu (S. 215).
Buchempfehlungen
Castells, M. (2005). Die Internet-Galaxie: Internet, Wirtschaft und Gesellschaft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Faulstich, W. (Hrsg.) (2000). Grundwissen Medien (4. Aufl). München: Fink.
Hepp, A., Krotz, F., Moores, S., & Winter, C. (Hrsg.) (2006). Konnektivität, Netzwerk und Fluss: Konzepte gegenwärtiger Medien-, Kommunikations- und Kulturtheorie (1. Aufl.). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Karmasin, M., & Winter, C. (Hrsg.) (2006). Konvergenzmanagement und Medienwirtschaft. München: Fink.
besonders: Winter, C., TIME-Konvergenz als Herausforderung für Management und Medienentwicklung.
Krotz, F. (2001). Die Mediatisierung kommunikativen Handelns: Der Wandel von Alltag und sozialen Beziehungen, Kultur und Gesellschaft durch die Medien (1. Aufl.). Wiesbaden: Westdt. Verlag.
Rushkoff, D. (2006). Die neue Renaissance: Auf dem Weg zu einer vernetzten, sozialen Wirtschaft (1. Aufl.). München: Riemann.
Stegbauer, C., & Jäckel, M. (2008). Social Software: Herausforderung für die mediensoziologische Forschung. In C. Stegbauer & M. Jäckel (Hrsg.), Social Software. Formen der Kooperation in computerbasierten Netzwerken. 1. Aufl. (S. 7-10). Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss.
Tapscott, D., Williams, A. D., & Dierlamm, H. (2007). Wikinomics: Die Revolution im Netz. München: Hanser.
Urry, J. (2003). Global complexity. Cambridge: Polity.
Zerfaß, A., Welker, M., & Schmidt, J. (Hrsg.) (2008a). Kommunikation, Partizipation und Wirkungen im Social Web: Band 1 Grundlagen und Methoden: Von der Gesellschaft zum Individuum. Neue Schriften zur Online-Forschung, 2. Köln: Halem.
Zerfaß, A., Welker, M., & Schmidt, J. (Hrsg.) (2008b). Kommunikation, Partizipation und Wirkungen im Social Web: Band 2 Strategien und Anwendungen: Perspektiven für Wirtschaft, Politik und Publizistik. Neue Schriften zur Online-Forschung, 3. Köln: Halem.
Online-Stakeholder-Dialog


