Online-Stakeholder-Dialog

Mi

05

Nov

2008

Braucht ein Online-Stakeholderdialog eine Community? - Überlegungen nach dem CommunityCamp 2008 in Berlin

Am letzten Wochenende fand das CommunityCamp in Berlin statt. Eine Veranstaltung nach dem Barcamp-Prinzip, die einen hohen partizipativen Charakter hat und sich mit Social Media (bzw. web 2.0)-Themen beschäftigt und in diesem Falle besonders mit Communities, ihrem Einsatz, ihrer Pflege, etc.

 

Mein persönliches Highlight des ersten Tages bildete eine Session über die Begriffsdefinition von Communities, besonders von Brand Communities, aus soziologischer Perspektive mit Dr. Kai-Uwe Hellmann und Marius Lüdke. Bislang finde ich dazu leider noch keine Dokumentation auf den mixxt-Seiten. Berichtet wurde auf Absolut Friedenau.

 

Am Sonntag hat  Anna Lena Schiller, Community Managerin bei utopia.de, eine "Weltverbesser"-Session gehalten. Diese drehte sich um Communities die geschaffen wurden, um sozialen Projekten eine Plattform zu bieten, Bildung zu fördern sowie politische Einflussnahme zu stärken. Mehr dazu bei Absolut Friedenau und bei Björn.

Besonders interessant an der Weltverbesserer-Session waren die Aspekte, die Anna zu Utopia vorgestellt hat. Noch nicht öffentlich gepusht aber online anzuschauen, ist die neue Sektion, in der sich Unternehmen vorstellen können. Neben einem Unternehmensprofil haben die Unternehmen die Chance über Nachhaltigkeitsthemen zu bloggen. Die Beiträge werden in Zukunft kommentierbar sein.

 

Zwar entfernt, aber dennoch fällt diese Form des Dialogs, in den Online-Stakeholderdialog. Auf der einen Seite ist er unternehmensgetrieben, auf der anderen Seite findet er auf einer stakeholdergetriebenen Plattform statt. Die Unternehmen finden hier also eine relativ neutrales Terrain, in dem sie sich bewegen können, ohne sich dem Vorwurf konfrontiert zu sehen, den Dialog zu kontrollieren.

 

Die Anlaufstelle auf Utopia ist kontinuierlich freigeschaltet und nicht günstigerer weise auf einen Zeitraum beschränkt. In meinen Gesprächen im Rahmen meiner Masterarbeit ergab sich, dass es vermutlich besser ist, dass ein Dialog nur wenige Wochen läuft. So kann er nicht ausufern, bleibt übersichtlich und die Motivation teilzunehmen bleibt am wahrscheinlichsten bestehen.

 

Ebenfalls in meiner Masterarbeit stellte ich mir schon die Frage, ob es Sinn machen würde für den Online-Stakeholderdialog zunächst eine Community aufzubauen. Diesen Aspekt möchte ich mit seinen Pro und Kontras kurz beleuchten.

 

Pro:

  1. Dialogteilnehmer bereits vorhanden:
    Nicht zu jeder Dialogrunden muss wieder und wieder der Online-Stakeholderdialogs mühselig beworben werden, um Teilnehmer zu finden.
  2. Kontinuierliches Feedback:
    Kontinuierlicher Feedback-Channel zu Aktivitäten und Ereignissen, die entweder durch das Unternehmen oder die Utopisten innerhalb der Community in den Fokus gerückt werden.
  3. Multiplikatorfunktion:
    Community kann positiv ausstrahlen und funktioniert als Multiplikator
  4. Medienkompetenz:
    Teilnehmer am Online-Stakeholderdialog sind definitiv bewandert, wie sie mit Social Media-Anwendungen kommunizieren können.

Kontra:

  1. Fehlende Verbindung zum Stakeholdermanagement:
    Genügen die Strukturen im Unternehmen aus, um die kontinuierliche Kommunikation mit den Utopisten weiter zu spiegeln und Empfehlungen tatsächlich aufzunehmen? Sonst kann der Dialog zu Frustration bei den Teilnehmern führen, da sie gegenanreden, aber nichts passiert!
  2. Ressourcenaufwand:
    Kontinuierliche Aktivität erforderlich, da eine besondere Erwartungshaltung von seiten der Utopisten aufgebaut wird.
  3. Negativer Multiplikatoreffekt:

    Eine gewachsene Community kann sich schnell gegen das Unternehmen stellen und durch die gegebene Infrastruktur intervenieren.

 

Ich freue mich über weitere Vorschläge und Gegenstimmen.

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