Gestern redete im Rahmen der Ringvorlesung "Innovationen im Medienmanagement" an meinem Institut Prof. Dr. Dr. Matthias Karmasin über Stakeholdermanagement. Er lehrt an der Adria Universität Klagenfurt am Lehrstuhl für Medien- und Kommunikationswissenschaft und befindet sich momentan in einem Forschungsfreisemester.
Mit einem herrlich zynischen Unterton in Bezug auf die zweifelhafte Ernsthaftigkeit mancher Unternehmen, Stakeholder in ihr Management einzubeziehen, stellte Prof. Karmasin in einem Rundumschlag
den ganzheitlichen Ansatz vor. Sei es aus reiner "Vernunft" (metaökonomisch-ethisch) oder aus "Klugheit" (proaktiv-strategisch) ermöglicht das Stakeholdermanagement
dem Unternehmen sich mit der Gesellschaft frühzeitig auszutauschen. Neu aufkommende Themen und Probleme, die bei längerem Hadern zu gesellschaftlichen Unmut führen würden, können rechtzeitig
angegangen werden. Die Funktion des Stakeholdermanagement bildet sich dabei fraktal auf alle Unternehmensbereiche ab.
Auf die Frage hin, wo Prof. Karmasin, die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Stakeholdern sieht, beantwortet er in drei Punkten:
a) Dialoge realisiert mit den neuen technischen Möglichkeiten des web 2.0
b) Empirisch angelegte Untersuchung der Stakeholder-Gruppen
c) Veranstaltungen mit Stakeholdern (meist Nicht-Regierungs-Organisationen)
Darüberhinaus betont er, dass Stakeholder für ihre Beteiligung stets belohnt werden müssen. "Incentives" (Anreize) sind Dreh- und Angelpunkt eines funktionierenden Verhältnisses zwischen Unternehmen und Stakeholdern. Dazu gehört bereits das sichtbar gemachte Ergebnisse aus den Austauschprozessen mit den Stakeholdern. Als Beispiel nannte Prof. Karmasin transparente Kommunikation über Unternehmensmagazine und den Aufbau eines "Clubs" für Stakeholder. Meiner Meinung nach ließe sich das virtuell durch Social Networks / Communities abbilden. Details dazu wie andere web 2.0 - Instrumente bzw. social media genau eingesetzt werden könnten, lieferte er nicht.
Online-Stakeholder-Dialog



